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Bouviers in Giessen.
Bouviers zu richten ist nicht nur eine Freude, sondern auch eine Herausforderung. Leider sind die Meldezahlen so weit weg von den Herkunftsländern nie überwältigend, es ist schade, dass Nachfrage und Zuchthäufigkeit in Deutschland doch deutlich zurückgegangen ist – schade um eine beeindruckende Rasse ! In Giessen war das Bild, wie immer, ein buntes Bild. Es gibt doch deutlich recht große Hunde, die dann selten so kompakt sind, wie es die Rasse sein soll. Und es ist eine der Schwierigkeiten für Züchter, den rechten Mittelweg zwischen einem groben, großen Hund und einem zu kleinen, zierlichen, zu eleganten Hund zu finden: so etwas wie den Besten der Rasse, der allerdings –den meisten Allroundern gefällt das, nur mir nicht – ein wenig zu ‚geleckt’, also nicht sehr rustikal aussah, aber prima lief und natürlich auch kunstreich vorgeführt wurde. Er war kompakt, wie ich das erwarte und hatte eine vorzügliche Haarqualität, sicher im Verhalten und lief wie ein Uhrwerk. Festes Haar mit genügend Grannen ist selten geworden. Generell ist zu beklagen, dass die Züchter immer häufiger Bouviers vorstellen, die in der Hinterhand so stark gewinkelt sind, dass dies nicht nur nicht dem Rassestandard entspricht, sondern auch nicht zu dem typischen straffen und gespannten Bouviergang führt. Und dann wird mit dem Trimming die Winkelung noch mehr betont, da könnte man weinen ..! Straff und elegant war die Hündin in der Championklasse. Für die anderen Hündinnen: ich mag maskuline Hündinnen, aber grob dürfen sie nicht sein und schon gar nicht zu fett – es muss ja nicht jeder Hund dem Richter gleichen. Also freue ich mich auf die nächsten Bouviers, auf die nächste Herausforderung.
Jochen H. Eberhardt
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